Wie sind am 3.Oktober angekommen. Wir sind aufgenommen worden im Lager. Sie
haben uns duschen lassen und sie haben uns zu essen gegeben. Am 5.10. hat
uns das Rote Kreuz gesagt, daß wir zum Kommisariat gehen müssen,
um "die
Empfangsbescheinigung der Lagerkarte abzuholen". Wir sind zum Kommisariat
gegangen, man Fingerabdrücke von uns genommen und sie haben uns mit allen
Daten registriert, die wir ihnen gegeben haben. Keiner von uns hat mit einem
Dokument über unsere Identität dazu beigetragen. Zu diesem Zeitpunkt
hatten
wir keinen Rechtsanwalt. Es gab 3 Personen, die französisch schrieben und
sprachen und sie machten die Registrierung in dieser Sprache. Nachdem sie
uns registriert hatten, nahmen sie uns mit Gewalt gefangen und brachten uns
in eine Zelle der Polizeistation. Wir haben dort 24 Stunden verbracht.
Danach schickten sie uns in ein anderes Büro um einige Dokumente zu
unterschreiben und sie sagten uns, es wäre um nach Spanien auszureisen.
Es
gab weder Anwälte noch Übersetzer. Sie haben uns gefragt, ob wir bei
einer
anderen Gelegenheit nach Spanien eingereist wären und wir sagten ihnen,
daß
das nicht der Fall gewesen wäre. Sie haben uns gefragt, ob wir Leute in
Spanien kennen würden und wir haben ihnen gesagt, daß das nicht der
Fall
ist. Sie haben uns gefragt, ob wir eine Telefonnummer von jemanden haben,
der in Spanien lebt und wir haben ihnen gesagt, daß das nicht der Fall
ist.
Sie haben uns ein Papier unterschreiben lassen, welches auf Spanisch war und
das wir nicht verstanden. Sie sagten uns, daß wenn wir unterschreiben
würden, wir nach Spanien reisen könnten. Sie haben uns zum Kommisariat
gebracht und ich glaube, um 17.30 kamen wir am Flughafen an. Wir haben zwei
Papiere in unserer Hand, eine Art Empfangsbestätigung und ein anderes,
was
im Briefkopf so was wie Jusgado Intrusion Cinco Melilla anzeigt.Von dort
haben sie uns nach Malaga gebracht, von Malaga nach Algeciras und nach
Tanger sind wir nachts gekommen. Wir waren die ganze Zeit gefesselt. Im Bus
der marokkanischen Polizei wurden drei von unseren Kameraden viel
geschlagen, es war vor den Augen der spanischen Polizei. Diese drei sind
jetzt, um 22.30 Uhr am 7.10. nicht mehr bei uns, dort wo man uns hingebracht
hat. Wir befinden uns in einem Gefängnis, ein Gebäude welches halbfertig
gebaut ist, ja sie geben uns zu essen und sie geben uns Wasser, aber einige
waren verletzt und sie haben uns vor einer halben Stunde einen Arzt
gebracht. Ja die marokkanischen Medien sind hereingekommen um uns zu sehen,
denen wir erklärt haben, alles was sie mit uns gemacht haben. Man sagt,daß
sie uns in unsere Herkunftsländer zurückbringen wollen. Wir sind aus
verschiedenen Ländern, wie wir in unseren Erklärungen angegeben haben,
obwohl ich andere Papiere gesehen habe, die an die marokkanische Polizei
übergeben wurden und die besagen, daß wir alle Malier sind. Wir sind
66
Personen. 4 Leute aus der Elfenbeinküste, die wir auf der Polizeiwache
unseren Wunsch auf Stellung eines Asylantrages geäußert haben. Es
gibt
MalierInnen, GuinerInnen, Leute aus Kamerun, aus Benin etc.
Diese Aussagen sind unter schwierigen Bedingungen aufgenommen worden, da der
Zugang zu diesen Personen total verboten ist. Es hätte uns gefallen mit
einer Kopie der Papiere zählen zu können. Sie haben sich angestrengt
das
Dokument uns vorzulesen ohne französisch zu verstehen und wir haben es
geschafft zu erfahren, daß es eine Ausweisungsresolution gibt und daß
sie
den Artikel 64 LO 400211 angewendet haben ( in diesem Moment waren sie
versteckt, um diese Aussage zu machen, wir sind aber sicher, daß 64 korrekt
ist, aber die nachfolgenden Zahlen nicht). In ihren Papieren gibt es einen
spanischen Namen und sie sagen, daß er sich hinter dem Text befindet,
welcher der des anwesenden Rechtsanwaltes sein kann. Sie haben uns gesagt,
daß der Name Yasinto Gonsalez ist (wir glauben, daß es sich möglicherweise
wegen des französischen Klanges auf Jacinto Gonzales bezieht). Dieser Name
erscheint in allen Akten der begonnenen Ausweisungen.
Liste der Ausgewiesenen und Nationalitäten: