Massenprügelei im Hauptbahnhof
Grenzschützer geschlagen und getreten
Von GÜNTHER CLASSEN
Tatort Hauptbahnhof: Hier wurden die Grenzschützer angegriffen.
Düsseldorf – Nachdem am Samstag 30 Schwarzafrikaner auf der Kölner
Straße gegen
eine Festnahmeaktion der Polizei in der vorigen Woche demonstriert hatten,
griffen Teilnehmer der Demo im Hauptbahnhof zwei Grenzschützer (BGS) an.
Einer
(28) wurde durch Schläge und Tritte verletzt.
Die für die zwei Beamten bedrohliche Lage eskalierte: Zwei Festgenommene
wurden
im Handgemenge gewaltsam befreit. Erst ein massiver Polizeieinsatz beendete
die
Massenprügelei.
BGS-Sprecher Wolfgang Heimann: „Die Gruppe trat aggressiv auf, als meine
Kollegen zwei Teilnehmer überprüfen wollten. Einer sagte: »Ihr
Bullen könnt uns
doch gleich töten«. Dabei bekam ein Kollege einen Faustschlag ins
Gesicht und
wurde getreten. Nach der Festnahme des Täters (40/ein Afrikaner mit deutschem
Pass, d. Red.) wiegelte sein Begleiter (21) die Gruppe gegen die zwei Beamten
auf.“
Sechs Streifenwagenbesatzungen mit 15 Polizisten kamen den Grenzern zur Hilfe
und setzten die Festnahmen durch. Die zwei Männer (40/21) bekamen eine
Strafanzeige, wurden später aber wieder freigelassen.
Hintergrund der vorangegangenen Protestaktion war die Festnahme eines Dealers
(18) aus Kamerun an der Kölner Straße (EXPRESS berichtete). Dabei
verschluckte
er 20 „Bubbles“ (Rauschgiftcontainer aus Plastik) und brach mit
einem
Herzstillstand zusammen.
Bei dem zunächst wiederbelebten Afrikaner soll schon der Hirntod eingetreten
sein. Die Mediziner vermuten, dass nicht herunterschluckte und geplatzte
Drogen-Container die Ursache sind, sondern der so genannte „Bolus“-Effekt.
Dabei kommt es nach dem Schluckvorgang zu einer Blockierung der Atemwege. Es
folgen ein „reflektorischer“ Herzstillstand und Kreislaufversagen.
Die
Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Drogenfahnder keine Schuld am Zustand
des
Mannes treffe.
Im Januar 2001 war nach einer Festnahme am Worringer Platz ein 19-jähriger
Dealer aus Sierra Leone gestorben.