Im Rahmen der Veranstaltungswoche mit Rosa Amelia Plumelle- Uribe,
(“Weisse Barbarei. Vom Kolonialrassismus zur Rassenpolitik der Nazis”)
lädt die Plattform der Flüchtlinge und Migrantinnen zur Diskussion ein.
Wir laden zu einer Diskussion über verschiedene Kontroversen ein, die sich immer wieder in der Zusammenarbeit von politischen Gruppen stellen und auch in Verbindung zu den Analysen von Rosa Amelia Plumelle-Uribe stehen. Der Hinweis auf Kontinuitäten zwischen Kolonialismus, Nationalsozialismus und Rassismus wird oft als Relativierung des Holocaust gesehen. Andererseits könnte man auch behaupten, dass ohne Blick auf die Kontinuitäten die Lebensrealitäten der Opfer des Kolonialismus und Rassismus übersehen bzw. ebenfalls relativiert werden. Inwiefern bedeutet Kontinuitäten herauszustellen einen Vergleich oder eine Gleichsetzung zu machen? Warum enstehen hier die stärksten Widersprüche? Sind sie der Grund, nicht gemeinsam politisch zu arbeiten zu können? Wie können wir zusammen die Bedeutung von “nie wieder” heute bestimmen? Ihr seid alle zu diesen öffentlichen Treffen eingeladen. Wir wollen die Diskussion zielgerichtet führen. Wir wollen zu einem gemeinsamen Punkt kommen. Ein Punkt den wir benötigen, um uns immer noch gegenseitig als Genossen sehen zu können. Damit wir weiter am gemeinsamen Projekt der Suche einer Strategie gegen die Barbarei arbeiten können. Dafür sind wir alle notwendig! Das Treffen wird am Donnerstag den 2.Juni 2005 von 10:00 bis 14:00Uhr in der Wangelstr. 50 statt finden Hier im Zusammenhang von Rosa Amelias Besucht schicken wir Information über sie und ihren Buch “die weisse Barberei”. Mit freundlichen Grüssen Plattform für MigrantInnnen und Flüchtlingen Die Anwältin afrikanischer und indigener Herkunft Rosa Amelia Plumelle-Uribe wurde in Kolumbien geboren. Unter den Titel “La férocité blanche: génocides occultés de 1492 à nos jours” (Albin Michel, 2001; Rotpunktverlag, 2004) veröffentlichte sie ein Buch gegen das Vergessen. In Weisse Barbarei beschreibt Plummelle Uribe die enge Beziehung zwischen dem Massaker an den Indígenas der Amerikas, der Verfolgung der Schwarzen und der Politik der Vernichtung, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingeführt worden ist. Sie zeigt, wie die massenhafte Deportation der Afrikaner und ihre mehr als drei Jahrhundert lange Versklavung zu einer von den Weissen vorangetriebener Verbannung der Schwarzen aus der Menschheit geführt hat und wie — als Folge daraus — sich eine "Weissheit" als internale Referenz durchgesetzt hat. Diese Zerstörung ist seitdem komplett ignoriert worden.. Dazu argumentiert Plumelle-Uribe, dass das während der Nazi-Zeit geschehene Überwechseln von "nicht Weissen" zu "nicht Ariern" eine logische Konsequenz der jahrhundertelangen Umsetzung von völkermörderischen Praktiken einer Kultur der Vernichtung war. Ausserdem stellt sie die Sprachanwendungen der Europäer in Frage, mit denen sie diese schrechtlichen Zeiten beschreiben. In den 1920er-Jahren, als Hitler sein Buch 'Mein Kampf' verfasste, musste die Überlegenheit der weißen Rasse nicht mehr nachgewiesen werden. Gelehrte aller wissenschaftlichen Disziplinen und philosophischen Richtungen hatten diesen Nachweis bereits geleistet und die Rassentheorie mit der Weihe wissenschaftlicher Wahrheit versehen. (...) Der Übergang von der 'weißen' zur 'arischen Rasse', den Hitler vollzog, erschütterte die bequeme Gewissheit, die bis dorthin alle Weißen aus ihrer Zugehörigkeit zur Herrenrasse zogen.-- Rosa Amelia Plumelle-Uribe Der Besuch von Rosa Amelia Plumelle-Uribe wurde von der Plattform der Flüchtlingen und MigrantInnen organisiert. Für mehr Information wenden Sie sich bitte an: plataforma@riseup.net oder 0174-4302557